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Rufende Frauenloris

Bemerkungen zur Systematik der Papageien

keiner weiss Bescheid, aber alle machen mit . . .

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Hier entsteht ein Beitrag zur Systematik der Papageien.

Alle Papageien werden als eine ziemlich einheitliche Ordnung innerhalb der Klasse der Vögel angesehen.
Die Unterteilung dieser Ordnung Psittaciformes (Papageienvögel) in Familien, Triben und Gattungen wird aber heftig und uneinheitlich diskutiert.

Auf dieser Seite wird erläutert, wie der Verfasser auf Papageien.biz die Einteilung vornimmt. Es ist eine Möglichkeit - andere Autoren unterteilen eventuell anders! Diese Aufstellung ist natürlich genausowenig eine feste, endgültige Einteilung der Papageienvögel wie jede andere.

Die Einteilung nach Wolters:

Der bedeutende Taxonom Hans Edmund Wolters, der Autor der systematischen Liste "Die Vogelarten der Erde", war für Generationen von Ornithologen der massgebende Wissenschaftler, wenn es um die Einteilung der Vögel ging. Er unterteilt die Ordnung der Papageien (Psittaciformes) in 13 Familien, nämlich:

Familie und Unterfamilie Zahl der Gattungen Zahl der Arten
Aratingidae (Neuweltpapageien) 27 oder mehr, wahrsl. 36 Gattungen ca. 118 Arten
  • Forpinae (Sperlingspapageien)

4 Gattungen:

  • Forpus
    (Sperlingspapageien, 7 Arten)
  • Bolborhynchus
    (Dickschnabelsittiche, 3 Arten)
  • Psilopsiagon
    (Zitronensittiche, 1 Art)
  • Amoropsittaca
    (Aymarasittiche, 1 Art)
12 Arten
  • Aratinginae (Keilschwanzsittiche)

19 Gattungen (vielleicht auch 18 - 28):

  • Anodorhynchus
    (Blauaras, 3 Arten)
  • Cyanopsitta
    (Spix-Aras, 1 Art)
  • Ara
    (Eigentl. Aras, 8 Arten, früher 12)
  • Orthopsittaca
    (Rotbaucharas, 1 Art - früher in Gattung Ara)
  • Primolius
    (Kleinaras, 3 Arten - früher in Gattung Ara)
  • Diopsittaca
    (Zwergaras, 1 Art)
  • Aratinga
    (Sonnensittiche, 1 Art) oder 15 - 25 Arten)
  • Eupsittula
    (6 Arten, früher zu Aratinga)
  • Guarouba
    (Goldsittic
    he, 1 Art, früher zu Aratinga)
  • Nandayus
    (Nandaysittiche, 1 Art)
  • Leptosittaca
    (Hochlandsittiche, 1 Art)
  • Ognorhynchus
    (Gelbohrsittiche, 1 Art)
  • Rhynchopsitta
    (Arasittiche, 2 Arten)
  • Cyanoliseus
    (Felsensittiche, 1 Art)
  • Pyrrhura
    (Rotschwanzsittiche, 17 oder 18, vielleicht auch 23 Arten)
  • Enicognathus
    (Langschnabelsittiche, 2 Arten)
  • Myiopsitta
    (Mönchssittiche, 1 oder 2 Arten)
  • Conuropsis (Karolinasittiche, 1 Art †)
  • Thectocercus
    (1 Art)
ca. 65 Arten
  • Brotogerynae (Schmalschnabelsittiche)

2 Gattungen

  • Nannopsittaca (Nannopsittacapapageien, 2 Arten)
  • Brotogeris (8 Arten)
10 Arten
  • Amazoninae (Amazonenpapageien)

9 Gattungen

  • Amazona
  • Touit (Buntschwanzpapageien, 7 oder 8 Arten)
  • Gypopsitta
  • Hapalopsittaca (Zwergamazonen, auch Braunohrpapageien, 4 Arten)
  • Pionopsitta (Zierpapageien, 8 Arten)
  • Graydidascalus (Kurzschwanzpapageien, 1 Art)
  • Deroptyus
    (Fächerpapageien, 1 Art)
  • Pionus
    (Rotsteißpapageien, 8 Arten)
  • Alipiopsitta
    (Gelbbauchamazonen, 1 Art)
29 - 31 Arten
  • Triclariinae (Sittichpapageien)

1 Gattung

  • Triclaria (1 Art)
1 Art
  • Pionitinae (Weissbauchpapageien)

 

1 Gattung 2 Arten

Psittacidae (Eigentliche Papageien) 3 Gattungen 12 Arten
  • Psittacinae (Graupapageien)
2 Gattungen 10 Arten
  • Coracopinae (Rabenpapageien)

 

1 Gattung 2 Arten

Psittaculidae (Edelpapageien)

  • keine UF

14 Gattungen ca. 44 Arten

Loriculidae (Fledermauspapageien)
  • keine UF, neuerdings statt Familie:
    Unterfamilie Loriculinae in
    Familie Psittacidae)

1 Gattung

  • Loriculus
14 Arten

Psittrichidae (Borstenköpfe)
  • keine UF, neuerdings statt Familie:
    Unterfamilie Psittrichinae in Familie Psittacidae)

1 Gattung

  • Psittrichas
1 Art

Micropsittidae (Kleinpapageien) 4 Gattungen 11 Arten
  • Micropsittinae
    (Spechtpapageien),
    neuerdings statt Familie Micropsittidae:
    Unterfamilie Micropsittinae in
    Familie Psittacidae)

1 Gattung

  • Micropsitta
6 Arten
  • Psittaculirostrinae (Zwergpapageien, Zuordnung zu Micropsittidae ist zweifelhaft)
3 Gattungen 5 Arten

Loriidae (Loris) 12 oder 13 Gattungen ca. 54 oder mehr Arten
 
  • keine UF
 
  • Chalcopsitta
    (Glanzloris, 4 Arten)
  • Charmosyna
    (Zierloris, 14 Arten)
  • Eos
    (Rotloris, 6 Arten)
  • Glossopsitta
    ( Moschusloris, 3 Arten)
  • Hypocharmosyna
    (Prachtzierloris, heute bei Charmosyna)
  • Lorius
    (Breitschwanzloris, 6 Arten)
  • Neopsittacus
    (Bergloris, 2 Arten)
  • Oreopsittacus
    (Bergzierloris, 1 Art)
  • Phigys
    (Kragenloris, 1 Art)
  • Pseudeos
    (Weißbürzelloris, 1 Art)
  • Psitteuteles
    (Grünloris, 3 Arten)
  • Trichoglossus
    (Allfarbloris, 8 Arten)
  • Vini
    (Maidloris, 5 Arten)
 

Platycercidae (Plattschweifsittiche) 9 Gattungen 27 Arten
  • Platycercinae (Eigentliche Plattschweifsittiche)
6 Gattungen 19 Arten
  • Lathaminae (Schwalbensittiche)
1 Gattung 1 Art
  • Neopheminae (Grassittiche)
2 Gattungen 7 Arten

Melopsittacidae (Wellensittiche)
  • keine UF
1 Gattung 1 Art

Pezoporidae (Erdsittiche)
  • keine UF
1 Gattung 1 Art

Strigopidae (Eulenpapageien)
  • keine UF

1 Gattung

  • (Strigops)
1 Art

Cacatuidae (Kakadus) 6 oder 7 Gattungen 21 Arten
  • Cacatuinae
  • Cacatua
    (Eigentliche Kakadus, 11 oder vielleicht 12 Arten, wenn Lophochroa keine eigene Gattung)
  • Probosciger
    (Palmkakadus, 1 Art)
  • Calyptorhynchus
    (Rabenkakadus, 5 Arten)
  • Callocephalon
    (Helmkakadus, 1 Art)
  • Lophochroa
    (Inkakakadus, 1 Art > vielleicht keine eigene Gattung: wird auch zu Cacatua gestellt, s.d.)
  • Eolophus
    (Rosakakadus, 1 Art)
  • Nymphicus
    (Nymphensittiche, 1 Art)
21 Arten
  • NN
? ?

Nestoridae (Nestorpapageien)
  • keine UF

1 Gattung

  • Nestor
3 Arten (eine davon †)

Das ist eigentlich eine gute, phylogenetische (von der Stammesgeschichte her abgeleitete) Einteilung, die nur wenige Wünsche offen lässt. Sie widerspricht auch keinesfalls neuen Erkenntnissen, die durch DNA-Untersuchungen gewonnen wurden.

Ideen zu einer neuen Einteilung:

Nun sind die Taxonomen aber ein reformfreudiges Völkchen und jede(r) meint, etwas "Modernes" beisteuern zu müssen. Heute unterteilen einige Wissenschaftler deshalb nur noch in 2 Familien, nämlich die Kakadus und die Eigentlichen Papageien.

Tatsächlich bereitet das aber einige Schwierigkeiten: Zwar ist unstrittig, dass die Kakadus eine Sonderstellung gegenüber allen anderen Papageien einnehmen, aber alle anderen Papageien in eine einzige Familie zu quetschen, ist auch problematisch: Die alten Familien Strigopidae und Nestoridae passen nämlich keineswegs zu den anderen "Eigentlichen Papageien" - auch diese nehmen eine Sonderstellung ein, sogar noch mehr, als die Kakadus.

Die Verwirrung ist perfekt, wenn man zu den Loris (Loriidae) kommt: Diese werden von der überwiegenden Zahl der Autoren immer noch (aber abweichend von Gill & Wright!) als eigene Familie angesehen. Macht wohl auch Sinn, denn in Verhalten und Körperbau unterscheiden sie sich stark von den anderen Papageien.
Aber wieso nur die Loris? Die Fledermauspapageien, die gerne kopfüber in den Zweigen hängen, unterscheiden sich nicht weniger von den anderen.
Und was ist erst mit dem Borstenkopf, diesem seltsamen Papagei, der so ganz anders ist, als alle anderen?

Aus alledem folgt, dass eine Einteilung der Papageien in nur 2 Familien zumindest ausgesprochen unpraktisch ist und dass die Systematik nach Wolters keineswegs "tot" oder gar "falsch" ist.

Wie löst die "neue" Taxonomie die Probleme, die es ohne sie gar nicht gäbe?

Man hilft sich durch die Einteilung in "Schwesterngruppen" und erhält dadurch 3 weitgehend nebeneinander stehende Gruppen, nämlich die Familie der Strigopidae (mit den beiden Gattungen Nestor und Strigops, zusammen 5 Arten), die der Cacatuidae (mit 12 Arten) und die Familie der Psittacidae, in der sich nun um die 95% aller Papageienarten wiederfinden.
Die Probleme mit dem Borstenkopf, den Loris und den anderen Papageien, die so ein bisschen aus der Reihe tanzen, sind damit natürlich noch nicht gelöst.

Zur Erinnerung: Wolters hatte die heutigen Gattungen Nestor und Strigops als zwei Familien gewertet (Nestoridae und Strigopidae); die Cacatuidae waren bei ihm eine dritte Familie und sind immer noch eine eigene Familie. Die zweite (also eigentlich ja dritte . . .) Familie, die heutigen "Eigentlichen Papageien" hat Wolters in 10 einzelne Familien unterteilt.

Die Tragik dieser ganzen Neueinteilung besteht nicht zuletzt darin, dass die alten Familiennamen natürlich nach wie vor in der Literatur zu finden sind, was zu einer erheblichen Verwirrung führt:

Die Familie der Psittacidae zum Beispiel sind sowohl in der alten, als auch in der aktuellen Taxonomie die "Eigentlichen Papageien". Früher allerdings umfassten sie nur 12 Arten (es war nur eine von insgesamt 13 Familien), heute hingegen über 300! Aber beide Einteilungen werden nebeneinander benutzt und so findet man nebeneinander die Aussagen, dass diese Familie 12 und an anderer Stelle, dass sie alle Arten ausser Kakadus und Eulenpapageien umfasse!

Die Verwirrung geht auch durch die anderen "alten" Familien und sie ist noch dadurch besonders gross, dass vor allem in der englisch-sprachigen Literatur die alte Einteilung gerne weiter verwendet wird und zwar auch im Internet.

Bei alledem darf nicht vergessen werden, dass es nicht etwa irgendwo ein international anerkanntes Gremium gibt, das die Systematik der Vögel für alle verbindlich festlegt. Die derzeit von vielen Ornithologen verwendete neue Einteilung ist eigentlich nur ein Vorschlag, der in dem Werk "Birds of the World" von Frank Gill und Minturn Wright (erschienen 2006) gemacht wird.

Welche Einteilung der Vögel sich letztlich durchsetzen wird, ist noch überhaupt nicht absehbar! Auch jede andere - wissenschaftlich begründete! - Einteilung ist denkbar und hat die gleiche Existenzberechtigung wie die von Gill & Wright (der auch Rowley folgt).

Es ist wesentlich eine Frage der Medienpräsenz und die wird sehr stark durch das Internet dominiert. Und im Internet wird - wie der Verfasser bei der Recherche für diesen Beitrag leider feststellen musste - gnadenlos abgeschrieben, ohne die Quelle zu nennen.
"Wikipedia" ist eine tolle Sache, hat aber den Nachteil, dass jede(r) ziemlich ungehindert darin rumpfuschen kann. Und Wikipedia ist dann wieder die Quelle für die nächste Ausarbeitung und fast niemand fragt mehr nach der Richtigkeit der ursprünglichen Angaben.

Warum überhaupt eine neue Einteilung?

Warum also eine radikale und vielleicht etwas vorschnelle Neueinteilung der Papageien, wenn die bisherige doch überhaupt nicht widerlegt worden ist, sondern bestenfalls ergänzt werden muss?

Es scheint manchmal nicht unbedingt gut zu sein, dass sich jeder Wissenschaftler wünscht, die wissenschaftliche Diskussion nachhaltig voranzubringen und sich - so ganz nebenbei - dadurch ein Denkmal zu setzen.
Oder um es noch deutlicher zu sagen: Wenn jemand die 10. Liste mit den "Vögeln der Welt" herausbringt, dann muss er (oder sie) sich schon überlegen, ob es überhaupt was Neues gibt, ob diese 10. Liste überhaupt eine Berechtigung hat.

Man kann über Veränderungen in der Systematik nachdenken und diskutieren und in einigen Fällen wird es auch berechtigt Veränderungen geben aufgrund neuer Erkenntnisse. Aber über das Internet verbreiten sich auch falsche Vorstellungen und Ideen rasend schnell und deshalb sollte man vielleicht etwas vorsichtiger sein, wenn man neue Forschungsansätze veröffentlicht. Und man sollte wieder kritischer werden und nicht alles nur abschreiben, nur weil es bei Wikipedia steht.

Wie kommt man nun zu einer sinnvollen Einteilung der Papageienvögel?

Sehen wir uns deshalb also einmal an, was aus diesen 10 "alten" Familien geworden ist, die heute die "Eigentlichen Papageien" darstellen:

Diese Ausarbeitung wird so schnell wie möglich fortgesetzt.

(Eine Liste mit allen Papageienarten finden Sie hier)


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Der Quetzal ist ähnlich bunt, hat aber mit Papageien nichts zu tun

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