Hier könnte auch Ihre Werbung stehen!

Handaufzucht beim Ara - wirklich nur im notfall

Handaufzucht -

Verhaltenskrüppel sind vorprogrammiert

Sie sind hier: Startseite > Handaufzucht

Bei der Vermehrung vor allem seltener Tiere, wie es z.B. die grossen Aras sind, wird recht häufig der Weg der Handaufzucht gegangen: Die Eier werden den Alttieren weggenommen und in einer Brutmaschine zum Schlupf gebracht. Die Tiere werden dann künstlich von Hand aufgezogen.

Noch häufiger aber wird die Handaufzucht gewählt, um potentiellen Heimtierhaltern - also den Kunden - absolut handzahme Tiere anbieten zu können (mehr dazu hier). Vielleicht geht es in Wirklichkeit aber nur darum, grössere Tierzahlen zu produzieren - Papageien sind teuer!

Was ist von dieser Methode zu halten?

Handaufzuchten sind immer und zwangsläufig Verhaltenskrüppel, die niemals zu wirklich gesunden Tieren heranwachsen können. Die Aufzucht von Hand ist in fast allen Fällen abzulehnen und nur in folgenden Ausnahmefällen akzeptabel:

  • Wenn es um den Erhalt des Gen-Pools einer ausserordentlich seltenen Art geht, wie z.B. beim Spix-Ara. Dabei ist die Messlatte sehr hoch anzulegen; eigentlich ist dem Verfasser keine zweite Art bekannt, bei der die Zahl der weltweit verbliebenen Individuen derart gering ist, dass man zu dieser Massnahme greifen muss. Natürlich wird die genetische Disposition der Vögel durch die Handaufzucht und die damit zwangsläufig verbundenen Verhaltensstörungen nicht verändert - es können also rein körperlich durchaus gesunde Tiere aufgezogen werden.
  • Handaufzuchten können ein Notbehelf sein, wenn der Altvogel stirbt oder die Jungen aus anderen Gründen nicht aufzieht oder aufziehen kann. Aber bei genauer Betrachtung liegt da in vielen Fällen schon eine züchterische Fehlleistung vor. Wenn z.B. die Elterntiere schon Handaufzuchten sind, muss man einfach davon ausgehen, dass es Probleme mit diesen Tieren geben wird. Es wird dann die Aufgabe guten Zuchtmanagements sein, sich rechtzeitig um Adoptiveltern (einer anderen, weniger seltenen Art) zu kümmen, denen man die seltenen Tiere unterschieben kann. (Siehe weiter unten das Beispiel aus dem Loro-Park auf Teneriffa)
  • Auch für bestimmte wissenschaftliche Forschungen (Verhaltensforschung) sind Handaufzuchten wohl vertretbar - sonst aber nicht.

Eine bessere Methode künstlicher Aufzucht praktiziert der Loro-Park z.B. bei der Aufzucht seiner Lear-Aras: Der erste in Europa gezüchtete Lear-Ara schlüpfte bei Adoptiveltern, einem in der Jungtieraufzucht erfahrenen Paar Dunkelroter Aras (Ara chloroptera). Gelegentlich ist das aber nicht möglich, erfahrene Exemplare einer nahe verwandten Art mit der Aufzucht zu betrauen und dann muss man evtl. tatsächlich in besonderen Fällen zur Handaufzucht übergehen, wie im Falle der Spix-Aras in Brandenburg.

Leider wird die Handaufzucht von (teuren) Papageien immer noch gerne als ein Weg gewählt, um die Anzahl der jährlich aufgezogenen Jungtiere zu erhöhen: Den Alttieren wird das erste Gelege weggenommen, damit sie ein zweites zeitigen, dass sie dann - wenn sie Glück haben - selbst grossziehen können. Die Eier des ersten Geleges werden künstlich erbrütet und von Hand aufgezogen.

Graupapageien sind ein beliebtes Objekt für Handaufzuchten

Das Ergebnis der Handaufzucht sind immer und notwendigerweise Verhaltenskrüppel, da alle Verhaltensweisen, die nicht angeboren sind, sondern erlernt werden, von den Jungtieren nicht oder nur unzureichend ausgebildet werden können.

Sofern solche Tiere in Menschenobhut verbleiben, können sie vor allem nach Eintritt der Geschlechtsreife durchaus gefährlich werden: Sie sehen im Pfleger einen Artgenossen, den sie umwerben oder bekämpfen. Bei wehrhaften Vögeln wie Kranichen - sehr beliebte Objekte für Handaufzuchten - kann das zu erheblichen Verletzungen führen.

Ihresgleichen hingegen akzeptieren solche Vögel z.T. überhaupt nicht als Partner - und sind folglich auch nicht zur Paarung und Fortpflanzung bereit.

Eine Auswilderung solcher Tiere kommt erst recht nicht in Frage, da sich die fehlgeprägten Tiere i.d.R. nicht fortpflanzen.

Die Handaufzucht von Papageien muss also bei der seriösen Zucht, die die Arterhaltung in den Mittelpunkt der züchterischen Tätigkeit stellt, immer eine absolute Ausnahme sein. In der folgenden Generation muss man in der Regel mit Adoptiveltern arbeiten, die natürlich nicht so ohne weiteres zur Verfügung stehen, sondern im Rahmen des Zuchtmanagements mühsam gefunden werden müssen. Erst bei den von den Adoptiveltern aufgezogenen Tieren besteht eine echte Hoffnung, dass Vögel heranwachsen, die sich ihrerseits wieder erfolgreich und ohne Hilfe von aussen fortpflanzen können.

Handzahme Kakadus und Graupapageien:

Manche Papageienzüchter wollen aber ganz bewusst Tiere heranzüchten, die ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht entwickeln, sondern den Haltern als Spieltiere zur Verfügung stehen. Der einfachste Weg ist dann natürlich, Eier künstlich zu erbrüten und die Jungtiere vom ersten Tag an an den Menschen zu gewöhnen. Man kann die so grossgezogenen Vögel bedenkenlos im Freiflug halten - sie werden nicht wegfliegen und hängen am Betreuer wie die Kletten.

Aber hat das wirklich was mit Tierliebe zu tun? Der Verfasser hält das nicht für zeitgemäss und wird das hier in Kürze genauer ausführen.

Wenn Sie zu diesem Thema schon vorher weitergehende Fragen haben, die Ihnen von unseren Werbepartnern nicht beantwortet werden können, wird Ihnen hoffentlich dieses "Google"-Suchfeld helfen:

Google
Der Quetzal ist ähnlich bunt, hat aber mit Papageien nichts zu tun

Die Angaben auf dieser WebSite wurden ordentlich recherchiert bzw. beruhen auf eigenen Erfahrungen.
Ein Gewähr für die Richtigkeit der Angaben kann trotzdem nicht übernommen werden.

Einige wichtige mit dieser Seite verbundene Projekte sind
aquarienfische.biz kanarenurlaub.info

nach oben